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02-02-2001 | Coming Out mit 33 und 2 Kinder

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Meine Jugend verbrachte ich, ich denke wie jeder andere auch, nichts besonderes. Gefummel mit Mädchen, später auch mehr. Onanieren mit Freunden, sei ehrlich!, hast Du nicht? Schon da merkte ich, das ich lieber mit Jungs zu tun habe, aber das habe ich unterdrückt. Wem sollte ich es auch sagen, das ich Jungs gern hab, sie hätten mich wohl ausgestoßen und ich währe alleine geblieben.

Dann kam alles anders, ich dachte es kann nicht sein, das ICH Schwul bin, so ein Arsch......, der bin ich doch nicht. Obwohl ich es doch war, aber ich konnte es nicht ausleben. Mit 27 Jahren lernte ich meine Frau kennen, zwei Jahre später wurde ich Vater von Zwillingen, das größte Geschenk in meinem Leben. Ich stürzte mich auf die Kleinen,  war und bin immer für sie da. Wenn ich jetzt so zurück denke, stelle ich fest, das es meine Flucht vor meinen eigenen Gefühle war, denn das Verlangen einen Mann zu haben, wurde immer größer und ich mich hinter ihnen verstecken konnte. So vergingen die Jahre.... heimlich schaute ich schönen Männern hinterher, malte mir in meiner Phantasie die schönsten Dinge aus, die Mann mit ihm wohl machen könnte.

Es kam wie es kommen musste, die Gefühle, die Gedanken, die Sehnsucht nach einem Mann wurden so groß, das ich nicht mehr konnte. Schon lange habe ich nicht mehr mit meiner Frau geschlafen, habe mich in die Arbeit gestürzt,  Ausreden gesucht und sie hat nicht nachgebohrt. Und dann, ja dann kam der Tag, an dem ich meiner Frau gesagt habe, das es wohl besser ist, das wir uns mal trennen. Ich brauche eine Auszeit, die Kinder waren nicht das Thema, es war klar das sie bei mir bleiben, da sie so sehr Papa bezogen sind. Sie zog aus und ich konnte durchatmen, musste unser Leben neu ordnen. Kinder, Arbeit und Haushalt, alles das habe ich in denn Griff bekommen, wenn es auch hier nicht immer so aussieht. Jetzt hatte ich Zeit, die Zeit die ich brauchte, um mich meinen Gefühlen zu stellen, um das zu sein was ich schon immer verborgen habe.

Doch wie sage ich meiner Frau, das ich Schwul bin und wird Sie mir meine Kinder nehmen? Alles das ging mir nicht mehr aus dem Kopf, konnte nicht schlafen und auf der Arbeit konnte ich mich nicht konzentrieren. Donnerstag, ein scheiß Tag. Alles ging schief und der Kopf voller Sorgen, es wurde 01.00 Uhr Nachts, da rief ich meine Frau an:“ Du musst kommen wir müssen Reden“.

Sie kam und ich stotterte nur rum. Ich sagte ihr das alles was ich tu, mach ich nur, damit unsere Kinder glücklich werden können. ( wie sollen Sie es sein wenn ich es ihnen nicht sagen und zeigen kann?) Rede nicht rum, raus mit der Sprache sagte sie und ich sagte ihr das ich mich zu Männern hingezogen fühle. Es wahr raus ich hab’s gesagt. Sie sagte, egal was kommt und auch wenn Du jetzt Schwul bist, ich stehe immer hinter dir und den Kindern. Mir fehlten die Worte, mit so einer Reaktion habe ich nicht gerechnet, wie man sich doch täuschen kann. Bis in den frühen Morgen haben wir geredet und es ging mir besser, mit jeder Minute, mit jeder Stunde.

Nun möchte ich die Welt küssen, sagte ich meinen Kindern beim frühstücken. So vergingen die Tage und Wochen, jede freie Minute die ich für mich hatte, verbrachte ich in Köln, trank hier und da ein Bier. Alleine traute ich mich nicht jemanden anzureden. Beim Essen gehen lernte ich in einem Lokal einen Jungen Menschen kennen, er sprach mich an und so wahr das Eis gebrochen, wir redeten viel und gingen aus, wenn ich ein freies Wochenende hatte. Aber so richtig fühlte ich mich nicht wohl, einen Samstags sagte er: "Es gibt hier eine Gruppe, eine Gruppe Schwuler Väter, geh doch mal hin". Na ich weiß nicht, waren meine ersten Worte, was soll ich da?

Er gab nicht auf, immer wieder drängte er mich: "Die haben auch eine Web-Seite, schau doch mal rein". Ich tat es, habe gelesen und dachte mir, na schreiben kannste ja mal und ich bekam eine Antwort. Die Geschichte von einen Vater, der auch in der Gruppe ist.

Es kam der Freitag, der erste Freitag im Monat und ich fuhr nach Köln musste erst suchen wo es ist und wahr total nervös, was mich da wohl erwarten würde und wie sie sind. Ich nahm mir ein Herz und ging hinein, kindisch, aber so wahr es. Sie sprachen von Ihren Sorgen und Problemen und ich stellte fest, das ich wohl mich sehr glücklich schätzen kann, so eine Frau zu haben, die jetzt mein bester Freund geworden ist.

Ich liebe sie immer noch, aber auf einer anderen Weise, nicht wie ein Mann seine Frau. Wir reden immer noch viel zusammen, schon alleine wegen unseren Kindern aber auch über ihre Sorgen mit ihren neuen Partner. Ich denke mir, das sie wohl sonst keinen hat. Ich empfinde es als ein sehr großen Vertrauensbeweis von meiner Frau. Nun kann ich nur noch eins sagen, ich liebe das Leben, meine Kinder und meinen Freund der auch Vater ist.

Vielleicht hilft es Dir, wenn Du dies hier liest, vielleicht auch nicht. Wie auch immer, denk immer daran:  „Du bist nicht alleine“!



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